Unter Seinesgleichen – Vier Wände #15

Schlafende Katze (Mone Seidel) | Foto: Bastian Worrmann

schlafende katze (Mone Seidel) | Foto: Bastian Worrmann

Nach dem Weihnachtsmarkt noch schnell eine Kunstausstellung besuchen? Und nebenbei vielleicht auch noch ein etwas anderes, besonderes Weihnachtsgeschenk (schon ab 5 Euro) ergattern? Vergangenen Sonntag machte das die Kunstaktion „Vier Wände“ mit ihrer inzwischen fünfzehnten Ausstellung möglich: Junge Kunst wird dazu in den privaten Wohnraum von WGs gebracht und jeder darf vorbeikommen und gucken.

Magdalena Kaul | Foto: Bastian Worrmann

Flur und Wohnzimmer der WG Rothenburg 17 dienen den beiden Künstlerinnen Mone Seidel und Magdalena Kaul dazu, einige ihrer Werke gemeinsam zu präsentieren: An den Wänden sammeln sich immer wieder zahlreiche kleine Zeichnungen und Gemälde zum Thema „man trifft nicht oft seinesgleichen“, in denen die beiden oft alltägliche Beobachtungen aufgreifen und mit dem Märchenhaften in Verbindung bringen. So stehen sich im ausstellungstitelgebenden Bild von Magdalena schlicht zwei mit dünner Linie gezeichnete Einhörner gegenüber. In einem weiteren sind zwei mit einem Regenbogen verbundene Wolken zu sehen. Auf einer der Wolken steht ein Einhorn. Darunter ist zu lesen: „das mit der realität ist mir echt egal“.

Mone Seidel (rechts) | Foto: Bastian Worrmann

„Ich nehme das, was ich erlebe, als Anlass um ein Bild zu machen“, sagt Magdalena. „Das sind spontane Ideen, die ich auch sofort umsetzen muss, sonst sind sie eventuell wieder weg.“ Sie hat sich mit Mone unter die Besucher gemischt und steht dort Rede und Antwort. Vielfach wird sie gefragt, welche der Bilder genau von ihr seien. Denn die Bilder hängen nicht getrennt voneinander. „Was auf Pappe klebt ist von mir, alles was gerahmt ist, ist von Mone“, antwortet sie dann. Denn obwohl beide Künstlerinnen nicht zusammen gearbeitet haben, passen ihre Werke gut nebeneinander: Skizzenhafte, feine Linien, der ein oder andere Text im Bild, mystische Wesen und die Beschäftigung mit alltäglichen Dingen sind überall zu finden. „Es ist eine sehr gefühlsvolle und intime Ausstellung, weil wir beide auch sehr viel privates in unseren Zeichnungen haben“, erklärt Mone.

Fotostrecke (zum Navigieren die Pfeiltasten nutzen)

Die Ausstellung ist sehr gut besucht. Die direkte Nähe der WG zu den Weihnachtsmärkten ist sicher nicht ganz unschuldig daran. Immer wieder ist man quasi gezwungen sich mit einem Werk besonders intensiv zu beschäftigen. Da es viele sehr kleine Bilder zu sehen gibt, ist das aber überhaupt nicht schlimm. Für zusätzliche gute Laune sorgen DJ 7swe mit seichter elektronischer Musik und die Band Ingenious Rascals mit einem Live-Auftritt.

Erneut hat das Vier-Wände-Team ein Händchen nicht nur für gute Kunst bewiesen. Auch die zufällig bei einem Treffen für eine Hausarbeit gecastete WG bietet beste Voraussetzungen für diese gelungene Vernissage. Die Ausstellung ist weiterhin bis Donnerstag, den 19.12.2013, zwischen 19 und 21 Uhr geöffnet. Einfach in der Rothenburg 17 bei “Vier Wände” klingeln.

 

Links:

Vier Wände:  Blog  |  Facebook

Mone Seidel

Mehr zum Thema: Vier Wände mit Lisa Frischemeier

Text und Fotos: Bastian Worrmann

Über Bastian Worrmann

Ich bin hier der Videotyp. In Kamera, Schnitt und Animationen bin ich irgendwie so reingerutscht und mache das längst nicht mehr nur für fietscher. Auch die Angst vor dem weißen Blatt und dem blinkenden Cursor kann ich inzwischen ganz gut mit der Tastatur bekämpfen. Als gelegentlicher Schauspieler am Theater schreibe ich dann am liebsten... Genau. Über Theater.

One Comment

Kommentare

Schreibe einen Kommentar oder trackback von deiner eigenen Seite.. Du kannst die Kommentare auch abonnieren via RSS

Deine E-Mail wird niemals veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert mit *