Um die Welt in 21 Tagen – Ein Dia-Abend mit Marteria und Paul Ripke

Track by Trek mit Rapper Marteria und Fotograf Paul Ripke im Cinema Münster

Beim Thema Dia-Abend haben die meisten vermutlich langweilige Abende mit mehr oder weniger entfernten Verwandten auf knatschenden Sofas und deren Bildern aus dem letzten Malle-Urlaub  vor Augen. Zu hören und zu sehen gibt es Dinge wie: „Guck mal der Sonnenuntergang – wie schön oder?“, „Das war die beste Pommesbude.“, Und: „Aldi gibt es ja auch in Spanien!“ Aber was, wenn man die Großtanten und –onkel gegen den Rapper Marteria und den Fotografen Paul Ripke austauscht, die knatschenden Sofas gegen die Kinosessel im Cinema und die Malle-Fotos gegen die Fotos einer unglaublichen Weltreise? Dann entsteht ein Dia-Abend 2.0, organisiert von 1Live. Tickets gab es für diese intime Runde mit Marteria, der normalerweise vor bis zu 12.000 Menschen Konzerte gibt, nicht zu kaufen, sondern nur zu gewinnen. In 21 Tagen haben er und Paul Ripke unglaubliche 22 Flüge hinter sich gebracht. Teilweise bereisten sie zwei Länder innerhalb von 24 Stunden und nahmen Temperaturschwankungen von -10°C bis +35°C in Kauf. Und wozu diese Reisewut? „Es war wirklich wichtig für uns so eine Reise nur zu zweit durchzuziehen, ohne Manager oder andere Leute. An jedem Stopp haben wir für einen Song vom neuen Album ‚Zum Glück in die Zukunft II‘ ein Video gedreht“, erklärt Marteria, der eigentlich Marten heißt, dem Publikum am Dienstagabend.

Mitgebracht haben die beiden atemberaubende Bilder von Bergseen in der Schweiz, der chilenischen Wüste, den Hochhäusern in Bangkok, dem Leben im größten Favela der Welt in Rio de Janeiro und eiskalten Gletschern in Alaska. Die beeindruckendsten Videos sind jedoch in Mexico und Nepal entstanden. In Mexico City steht Marteria vor einem heruntergekommenen Krankenhaus zwischen wartenden Angehörigen und einem Großaufgebot von Polizisten und rappt über die Geburt seines Sohnes Louis – ein sehr persönlicher Song, gepaart mit starken Bildern. In Nepal landeten Fotograf und Rapper mit Yeti Airlines auf dem letzten Flugplatz am Fuße des Mount Everest. Hier gelangen Paul Ripke Bilder, die wie aus einer fremden Welt scheinen. Er filmte Kinder die an Berghängen Fußball spielen, Gebetsketten im Wind, Frauen, die am Fuße des Berges ihre tägliche Arbeit verrichten und Kühe, die zum Geklingel ihrer Glocken mitten durchs Dorf trotten. Geschlafen hat das Duo übrigens nicht in Luxus-Hotels mit fünf Sternen, sondern in den Gasthäusern der Menschen vor Ort. Mittendrin in all diesen Aufzeichnungen finden sich auch überraschend normale Urlaubsbilder von dem besten Hotel der Reise (Chile), dem leckersten Bier (Brasilien) und dem schlechtesten Essen (Nepal). Auch der außergewöhnlichste Dia-Abend, kommt um diese Klischees wohl nicht herum.

Marteria auf Besuch in Nepal. Hier wurde ein Video zu seinem Song “Glasklar” gedreht.

Text: Pia Siemer

Fotos: Dennis Stachel

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