SIMA-Winterfestival am Hafen: Von Poesie, Musik und Glühbirnen

SIMA

Christian Hotte Erll (Krawehl), Foto: Dennis Stachel

Gestern ging es endlich los: Das Winterfestival „SIMA“ im und am Hot Jazz Club.  Auch wenn beim anhaltenden Regen und den gut beheizten Räumen kein rechtes Wintergefühl am Hafen zustande kam – es war definitiv für jeden was dabei. Etwas verspätet zwar, dafür aber in gemütlicher Atmosphäre und vor einer faszinierenden Kulisse im geräumigen Zelt vor dem Hot Jazz Club. Zwischen vielen Sitzplätzen, mehreren Heizpilzen und natürlich der SIMA-typischen Dekoration – nackten Glühbirnen, die mal hell leuchten, mal dunkel flimmern – fiel es leicht, die dann doch fast schon winterliche Kälte draußen zu vergessen und verträumt den Acts zu lauschen.

Literaten von Krawehl und der Leserpistole lasen kurze Geschichten, Märchen und Gedichte. Das Publikum ging mit den Lesenden durch verschiedenste Gefühlswelten: Mal gab es offenes, lautes Gelächter, mal kamen flapsige Anmerkungen aus den Reihen des Publikums. Und manchmal, nach einem Text, der existenzielle Fragen aufwarf, schaute man auch in viele ernste Gesichter. Eine kleine Auflockerung zwischen Lachern, schwarzem Humor und Nachdenklichkeit lieferte immer wieder eine Münsteraner Singer-Songwriterin. Sie nahm das Publikum mit sanften akustischen Gitarrenklängen und stimmungsvollen, ebenfalls nachdenklichen Texten gefangen.


Danach zog es viele in den Hot Jazz Club selbst, wo mehrere Bands verschiedenste Musikrichtungen präsentierten. Da hörte man Rock-Einflüsse heraus, Experimentelles und Instrumentelles, aber auch elektronische Beats gemischt mit Reggae-, Dubstep- oder HipHop-Elementen. Inzwischen war es dann auch ziemlich voll, und ein Sitzplatz nicht mehr unbedingt eine Selbstverständlichkeit – aber das war ganz im Sinne des Erfinders, denn die Devise hieß: Tanzen.
Zur Geisterstunde auf dem SIMA starteten auf dem Dancefloor im Hot Jazz Club verschiedene DJ-Sets, die die Leute mit elektronisch angehauchten Klängen unter die Glühbirnen lockten, bis der Raum voll war mit Tanzwütigen, Musik- und Kulturliebhabern. Vom Winter war jetzt nichts mehr übrig: Der ein oder andere, der sich auf Frieren eingestellt hatte, beeilte sich jetzt, jedes überflüssige Kleidungsstück beiseite zu legen.
Ein Vorschlag für´s nächste Mal: Das Ganze eine Jahreszeit früher stattfinden lassen. Dann wäre es das OISIN / о́сень, ein Festival im Herbst am Hafen in Münster. Für alle Kulturbegeisterten, die sich in gemischtem und entspanntem Publikum wohl fühlen und ein breit aufgestelltes Festival genießen wollen – das SIMA findet auch am Samstag noch statt.

Lara Schilke

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