Ein Platz für kreative Köpfe in Münster

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Etwas versteckt im nördlichen Industriegebiet Münster, direkt hinter dem Wienburgpark, lag bis vor kurzem die Halle 8. Als Hort für kreative Menschen gab es hier die Möglichkeit Unterrichts-, Seminar- und Proberäume zum Beispiel für Musikunterricht zu mieten. Bis Ende des Jahres werden die Betreiber der Halle 8 jedoch ihre Sachen einpacken und umziehen. Sie haben sich als GmbH Kulturquartier neu gegründet und planen an der Rudolf-Diesel-Straße ein neues Zentrum für Kultur, Bildung und Ökologie zu eröffnen. Geplant sind eine solarthermische Heizung, ein Regenwasserspeicher und eine eigene Stromversorgung. Damit könnte das Kulturquartier Münster das erste energieautarke Kulturzentrum Deutschlands werden.

Einer der letzten Termine am alten Standpunkt war das Release-Konzert am 12. Dezember der Band Ohrenpost. Obwohl die Band erst seit einem Jahr besteht, in dieser Besetzung sogar erst seit August, haben Johnny, Chrissi und Sarah ihr erstes eigenes Album herausgebracht. Das Trio macht wunderbar verträumten Deutsch-Pop. Textzeilen wie „Ich geh mit dir ans Ende der Zeit, bis es Sternschnuppen schneit“ müssten jeden Romantiker zum Schwelgen bringen. Fans von Bosse oder Andreas Bourani müssten sich gut aufgehoben fühlen, denn die Stücke sind nicht kitschig, sondern auch mitunter sehr rockig. Mit viel Witz, Charme und persönlichen Anekdoten brachten sie das Publikum zwischen den Songs zum Lachen. Für Schmunzler sorgte zum Beispiel eine Geschichte von einer Kalifornien-Reise der Band im vergangenen Jahr, als Sarah und Chrissi versuchten in einem Pub das Lied „Sommerregen“ simultan auf Englisch zu übersetzen. Das Release-Konzert fand in sehr familiärer und kuscheliger Atmosphäre statt. Es gab sogar Geschenke für das Publikum, die Band verloste Gutscheine für ihren Online Shop.

Angefangen hatten sie mit Coversongs, zum Beispiel von Bosse. Doch ihr wahres Herzblut steckt in den eigenen Stücken von Ohrenpost. Teilfinanziert haben sie ihr Album über die Crowdfunding-Plattform „Startnext“. „Das hat uns die Arbeit um ein vielfaches erleichtert“, erzählte Gitarristin Sarah. „Wir mussten uns dann nur noch um die GEMA, das Presswerk, die Vocalaufnahmen und die Organisation kümmern.“ Aber auch das ist gar nicht immer so einfach. So war die Reihenfolge der Songs auf dem Album beim ersten Druck falsch und alles musste noch einmal gedruckt werden – auf eigene Kosten. Als schwierig hat die Band es auch empfunden ihre lokale Fanbase auszubauen und viele Leute mit ihrem Album zu erreichen. „Wir müssen also noch ein paar mehr Konzerte spielen und mehr Wert auf die Promo legen“, sagte Sarah. Dennoch hat sie 50 der neuen Alben in alle Teile der Republik versandt. Auch bei Youtube hat die Band schon mehrere hundert Follower. Beides ist ein riesiger Motivationschub für die drei Musiker der Band Ohrenpost.

Das nächste Mal treten Ohrenpost am 9. Januar im Hot Jazz Club in Begleitung der Band Spielraum auf.

Hier geht es zur Website und zum Onlineshop der Band.

Und hier gibt es noch mehr Infos zum Kulturquartier.

 Fotos und Text: Pia Siemer

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