Picknick 2.0: Hior Chronik und Henrik José beim AV Picknick

Hior Chronik beim AV Picknick | Foto: Bastian Worrmann

Hior Chronik beim AV Picknick | Foto: Bastian Worrmann

Im November noch picknicken gehen? Na klar! Einfach eine Decke unter den Arm klemmen und zu einem der AV-Picknicks in der Blackbox am Cuba Nova gehen. Dabei handelt es sich um ein audiovisuelles Picknick in einem abgedunkelten Raum mit Visuals und elektronischer Musik. Wenn auch die Sonne nicht mehr häufig scheint, werden hier die Sinne durch ein Spiel der Lichter und Farben angeregt. Am vergangenen Donnerstag spielten Hior Chronik aus Griechenland und Henrik José aus Schweden. Die beiden sind schon seit längerem befreundet. Die Videoinstallationen stammten von Aquiet (Sven Stratmann) und Francis Eggert.

Hior ist ein selbsterklärtes „victim of beauty“. Während er auflegt sind auf der Leinwand hinter ihm langsam schärfer werdende Fotos zu sehen. Die sind alle von ihm selbst.  „Ich mag Fotografie, aber damit ist es wie mit Musik: Viele Leute machen viele interessante Sachen und es ist sehr schwer hervorzustechen“, erzählt der gebürtige Grieche. Am liebsten fotografiere er Menschen und Landschaften. „Ich versuche den Menschen durch meine Fotos zu zeigen, wie ich die Welt sehe. Und ich sehe eine Märchenwelt!“ Das merkt man seiner Musik an. Hior mischt schwere Klänge mit leichten Melodien auf eine sehr beruhigende Art. Seine Musik lädt dazu ein sich fallen zu lassen und die Gedanken schweifen zu lassen. Die Inspiration für seine Musik findet er in seinem Alltag. „Mich inspiriert alles um mich herum. Menschen, Beziehungen und Probleme, eben alles was Teil meines Lebens ist“, erzählt er nach dem Konzert.

Henrik José macht schon seit 1995 Musik am Computer. Erstmals war mit ihm beim AV Picknick auch Gesang zu hören. Seine Musik ist schneller als die von Hior. Ein bisschen erinnert er mit seinen eingängigen Beats an Klangkarussel. Passend dazu sind die Visuals um ihn herum hell und bunt. Immer wieder lässt er Geräusche aus der Natur in seine Musik mit einfließen, wie zum Beispiel das Rauschen von Wasser oder das Wehen des Windes. Er scheint seine Musik selbst zu genießen. Zwischen den Songs macht er Witze und spielt mit dem Echo seines Mikrofons. „Ich versuche mich durch meine Musik auszudrücken, auch wenn es wie ein Klischee klingt. Ich zeige dadurch gerne wer ich bin. Ich habe ständig Melodien im Kopf“, sagt er. Für den Schweden ist auch sein subtiler Gesang nicht mehr als ein Instrument: Das Singen hätte für ihn mit der Zeit mehr und mehr an Bedeutung verloren. „Meistens singe ich auf Englisch. Aber neulich habe ich beim Übersetzen eines Textes von Schwedisch auf Englisch festgestellt, dass auch der schwedische Text sehr aussagekräftig ist. Seit dem habe ich ein schwedisches Lied im Programm.“


Fest steht, dass die beiden Musiker ihre Zuhörer auf diesem Picknick auf eine audiovisuelle Reise mitgenommen haben – weit, weit weg vom grauen Novemberwetter.

Text: Pia Siemer

Videos: Bastian Worrmann

Mehr zum Thema: Ein Picknick für Augen und Ohren

“AV Picknick”-Blog

Hior Chronik bei Bandcamp

Henrik José bei Soundcloud und Facebook.

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