Die Katzen ziehen in die „Alte Eule“

Seit heute ist bekannt: Der klup in der Königsstraße heißt jetzt Eule. Und er hat einen neuen DJ: Ivo Schweikhart. Damit verliert das Amp seinen prominentesten Veranstalter. Seine Partyreihen wie die Fieber-Tanzparty finden ab dem 27. Januar in der Eule statt. Das Amp, so wie die Münsteraner Indieszene es kennt, ist damit Geschichte.  fietscher hat sich mit Ivo getroffen, um mit ihm über die Hintergründe des Umzugs zu sprechen.

fietscher:  Ivo, das Amp hat sich in den letzten Jahren zu einer Institution in Münsters Indieszene entwickelt. Noch 2010 hat das Musikmagazin Intro das Amp zum drittebesten Club Deutschlands gewählt. Dieser Erfolg ging maßgeblich auf deine Partykonzepte zurück. Nach dieser langjährigen Zusammenarbeit jetzt der Umzug. Wie kam es dazu?

Ivo Schweikhart: Nach fünf Jahren im gleichen Club wird es auch mal Zeit die Location zu wechseln. Beide Seiten – das Amp und wir – wollten etwas Neues ausprobieren, wir hatten uns zuletzt vielleicht auch etwas auseinandergelebt. Der Wirt des Amps wünscht sich ein breiteres Angebot an Musikrichtungen im Amp. Raffa und ich mögen es aber lieber spezieller. Das ist eigentlich schon alles. In der Eule haben wir die nahezu perfekte Location für unsere Partys gefunden.

 

Neuer Club, bewährtes Design: Ivos Katzen zieren ab jetzt die "Eule" (Foto: Ivo Schweikhart)

fietscher: Wie darf man sich die neuen Location vorstellen?

Ivo Schweikhart: Die alte Eule – zwischenzeitlich Café Del Arte oder klup – in der Königsstraße ist ein sehr schöner, traditionsreicher Laden, der mindestens seit den 60er-Jahren besteht und damals Münsters einziger Beatclub war. Es gibt ein Ober- und ein Untergeschoss. Der Laden ist schön verwinkelt und ein bisschen kleiner als das Amp. Letzteres ist nicht ganz ungünstig für Partys unter der Woche, denn wir wollen von Dienstags bis Samstags öffnen. Neben dem großen Tanzkeller gibt es einen kleinen zweiten Tanzraum, der für maximal 30-40 Leute Platz bietet und somit perfekt ist für kleinere, spezielle Veranstaltungen.

fietscher: Wie wird das Programm konkret aussehen?
Ivo Schweikhart: Das Programm wird nicht groß umgestellt. Wir feiern weiterhin unsere klassischen Parties an den gleichen Tagen wie im Amp, außer PITHO! Die Indieparty mit Fuchsi Fuchs wird mit dem Dienstag einen eigenen Tag bekommen, am Mittwoch werden die Discopigs auflegen und für den Donnerstag ist eine Skaterparty in Zusammenarbeit mit dem Skaterlabel „Koloss“ geplant, sie soll Tilt Mode heißen. Freitags finden die Fieber-Tanzparty und Elektrikfieber bzw. Dubstecial im Wechsel statt und am Samstag gibt’s die Tempocopter-Party. Dazu natürlich eine Menge interessanter Spezialparties im zweiten Tanzraum.

fietscher: Was bleibt vom alten Konzept erhalten?
Ivo Schweikhart: Musikalisch ändert sich wie gesagt nicht viel. Was die Einrichtung angeht, wollen wir den Eingangsbereich ein bisschen wie im Amp gestalten. Gerade habe ich eine rotgoldene Barocktapete erstanden, auf der ich eine Art Fieber-Ahnengalerie plane, also viele gerahmte Bilder mit den Motiven aus bald acht Jahren Fieberparty. Früher hing im Amp auch eine Fototapete mit Bergmotiv, eine ganz ähnliche wird jetzt auch wieder den Eingangsbereich der Eule schmücken. Außerdem wollen wir dort eine kleine Amp-Reminiszenzecke mit Sofa, Stehlampe und Teppich einrichten. Auch der große Raucherbereich wird ganz traditionell mit Weltraumkatzenkollagen gestaltet.
Der Fotoautomat bleibt ebenfalls, allerdings quasi als Version 2.0. Er kommt diesmal als Fotokabine mit einer fotografierenden Katzenomi.

Ivo Schweikhart: der Kopf hinter Fiebertanzparty, Tempocopter und Co. (Foto: Steven Bors)

 

fietscher: Welche Neuerungen wird es in der Eule geben?
Ivo Schweikhart: Im Kellergeschoss auf den Tanzflächen wird es keine Katzen geben, da gibt’s ein Katzenverbot. Dort haben wir uns was neues ausgedacht. Die Wände werden gerade schwarz gestrichen und demnächst mit einem stilisierten und mit weißer Farben aufgemalten Wald inklusive Waldtieren versehen, stilistisch etwa so wie das neue Logo der Eule. Dazu gibt es einen neuen Holzdielenboden. Das Ganze wird sehr organisch und pur, aber doch gemütlich – hoffe ich zumindest. Ob wir da auch einen Teppich auslegen ist unklar. Im Raucherbereich gibt es eine Theke, viele Sitzmöglichkeiten und eine gute Lüftung, dafür haben wir leider keinen Außenbereich mehr. Im zweiten Tanzraum richten wir zwei kleine Séparées mit Sitzbänken ein, deren Wände mit rotem Teppich beklebt werden– ein ganz kleines bisschen wie in der Lunabar damals.

fietscher: Wie ist das Katzen-Konzept eigentlich entstanden?

Ivo Schweikhart: Die Katzen sind das Logo der Fieber Tanzparty und vor langer Zeit durch Zufall und Rumblödelei am Computer mit meiner damals zweijährigen Tochter entstanden. Das ursprüngliche Design waren Katzen im Anzug mit Gitarren. Einige finden die Katzen heute doof, aber sie gehören mittlerweile einfach dazu und sind zu unserem Markenzeichen geworden. Ich finde auch immer noch, dass sie sehr gut aussehen. Ich glaub’, so etwas Gutes könnte ich mir nie wieder ausdenken. Von daher bleiben die Katzen, zumindest oben im Laden – unten gibt’s ja jetzt die Waldtiere.

fietscher: Wie wird eröffnet werden?
Ivo Schweikhart: Am Freitag, dem 27. Januar findet die erste Party statt. Es wird jedoch kein discothekenmäßiges „Grand Opening“ geben, sondern einfach eine reguläre Fieber-Tanzparty am Freitag und eine Tempocopter-Party am Samstag. Wir mögen es gerne schlicht.

Das Interview führte Sarah Stockinger

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